Griechische Mythologie

Orion und die Plejaden

Orion ist der Himmelsjäger und gilt als das Wintersternbild schlechthin. Durch seine drei Gürtelsterne ist er leicht zu finden - zwei weitere bedeutende Sterne sind die rötliche Beteigeuze und der blauweiße Rigel.

Rechts von ihm, hinter dem Sternbild des Stieres, sind die Plejaden zu finden, das Siebengestirn. Mit bloßem Auge kann man nur sechs der Sterne erkennen, mit dem Fernglas sieht man neun hellere Sterne vor einem Dutzend Lichtschwächeren. Der Sage nach stellen die neun helleren Sterne die sieben Töchter des Atlas zusammen mit ihren Eltern dar.

Die Anordnung der drei Sternbilder Orion, Stier und Plejaden kommt nicht von ungefähr.

Orion

Das Sternbild Orion

Orion, der große Jäger, hat eine sehr sonderbare Herkunft. Für die gute Gastfreundschaft des Königs Hyrieus von Bootien wollten sich die Götter Zeus, Poseidon und Ares bedanken, indem sie dem Sterblichen einen Wunsch erfüllten. Der kinderlose König erbat sich einen Sohn und die Götter füllten einen Beutel aus Stierhaut gemeinsam mit ihrem Samen und hießen den König, diesen zu vergraben. Zehn Monate spüter gebar die Erdgöttin Gaia einen Knaben, der Orion genannt wurde. Wie bei den göttlichen Vätern nicht anders zu erwarten, wurde aus Orion ein sehr großer, schöner Mann, der unermüdlich als Jäger durch das Land streifte.

Wie sein Vater Zeus war auch er schönen Frauen nicht abgeneigt und zeigte dabei die gleiche Hartnäckigkeit und auch Skrupellosigkeit vieler machtvoller Männer in der griechischen Mythologie. So verfolgt er ohne Rast die sieben jungfräulichen Töchter des Atlas, die voller Angst vor ihm flohen. Die Götter zeigten Nachsicht und verwandelten die Mädchen in Vögel, die zum Sternenhimmel aufstiegen und dort in Sicherheit waren.

Orion

Die Sterne vor dem eigentlichen Bild Orion stellen manchmal einen Schild, manchmal einen Löwen dar.

Eines Tages jedoch verliebte sich dann die rosenfingrige Göttin der Morgenröte, Eos, in den Riesen Orion und entführte ihn - als Artemis, die Göttin der Jungfräulichkeit und der Jagd erkannte, dass Eos keine Jungfrau mehr war, schoß sie wütend ihre Pfeile auf Orion, um ihn zu vertreiben.

Statt dessen jedoch führte diese Jagd die beiden zusammen und entdeckten ein gemeinsames Interesse. Sie gingen schließlich auf der Insel Chios zusammen auf die Jagd, doch Orion hatte aus seinem bisherigen Verhalten wenig gelernt; statt sich auf die Jagd zu konzentrieren, stelle er Artemis selber nach und wurde zudringlich.

Erbost über die Anmaßung des Sterblichen, die Göttin der Jungfräulichkeit selbst verführen zu wollen, schickte Hades einen Skorpion aus der Unterwelt, der Orion in den rechten Fuß stach, so dass der Jäger sofort starb. Zwar wurde er von Asklepios, dem Gott der Heilkunst, wieder erweckt, doch Hades beschwerte sich bei Zeus über diese Einmischung und der Göttervater tötete den Heiler mit einem Blitz und versetzte dann alle Beteiligten zur Erinnerung an den Sternenhimmel - Asklepios in das Sternbild des Schlangenträgers und den Skorpion in den Sommerhimmel, so dass er immer aufgeht, wenn Orion in einer ewigen Flucht gerade versinkt.

Nun war Orion jedoch wieder im gleichen Reich wie die Plejaden und diese erneut seinen Nachstellungen ausgesetzt. Um dem ein Ende zu machen, stellte sich Zeus selber in Gestalt des Stieres zwischen den Himmelsjäger und das Siebengestirn, so dass Orion für immer hinter seinem Schild gegen den Göttervater angeht und die Mädchen nie erreicht.